Horse Links Topliste
HorseLinks TopList
Familie Dr. Friedrich Hainbuch
Familie Dr. Friedrich Hainbuch

Bosnien-Herzegowina

Pack- und Zugpony

130-148 cm

alle Farben außer Schecken

Ursprung

Das Bosniakenpferd - benannt nach dem gro­ßen Verbreitungsgebiet dieser Rasse im Herzen Jugoslawiens, Bosniens und der Herzegowina – stammt nach neueren wissenschaftlichen Er­kenntnissen aus Knochenfunden von dem Tarppanpferd, einem südrussischen Wildpferd, ab. Seit Jahrhunderten ist der Bosniake in einem gut bewaldeten und beweideten Karstgebiet im heutigen Zentraljugoslawien zu Hause, in dem der harte Winter etwa ein halbes Jahr andauert.

Der Bosniake machte seit Jahrhunderten etwa die Hälfte des gesamten Pferdebestandes in Ju­goslawien aus. In der Neuzeit lassen sich zwei größere Phasen voneinander unterscheiden: Die türki­sche Besatzungszeit und die Zeit Österreich - Un­garns.

In der türkischen Besatzungszeit wurde die Ras­se sehr stark vernachlässigt. Die größeren Be­sitzungen hielten zwar noch einen besseren Schlag, in den Provinzen aber degenerierte die gesamte Rasse fast vollständig. Die damalige Regierung kümmerte sich überhaupt nicht um die Entwicklung eines rationellen Gestüt- und Beschälwesens. Dazu kamen so gravierende Fehler wie das viel zu frühe Verwenden des Pferdes als Lastentragetiers, die unrationelle, un­zureichende Ernährung in den ersten Lebens­jahren und Pflegemängel.

 

Zuchtgebiet(e)

Allgemeines zur Pferderasse

Exterieur

Kopf:ausgeprägter Kleinpferdekopf mit geradem Nasenrücken, ziemlich breiter Stirn, mittelgroßen Ohren; große, dunkle, klug blickende Augen und ausgeprägte Nüstern

Hals: kurz bis mittellang, kräftig, tief angesetzt Körper: niedriger Widerrist; tragstarker, kurzer bis mittellanger Rücken mit muskulöser Nieren- und Lendenpartie; gut gelagerte, nicht sehr schräge, aber gut bemuskelte Schulter; tiefe Brust; gute Rippenvollendung; leicht schräg abfallende bis abgeschlagene Kruppe mit tief angesetztem Schweif; üppiges Langhaar

Fundament: korrekt; kräftige Gliedmaßen mit kurzen Röhrenknochen, Röhrenknochen, Umfang bis 19 cm; deutlich markierte Sehnen und Gelenke; kleine eisenharte und gut geformte Hufe; evtl. leicht kuhhessige Hinterbeinstellung möglich

 

Interieur

Der Bosniake ist hart, ausdauernd, anspruchslos, feste Gesundheit, trittsicher auch in extremem Gelände unter schwerer Belastung, gehorsam und einsatzwillig, temperamentvoll, nervenstark, instinktsicher mit gutem Orientierungssinn, intelligent und intelligent und einsatzwillig, manchmal auf eine Person fixiert.

Die Pferde sind gekennzeichnet durch Genügsamkeit, Ausdauer, Robustheit und Langlebigkeit, Widerstandsfähigkeit gegen extreme Kälte sowie große Hitze; einfache Weiden sind die besten Lebensbedingungen gegen Verweichlichung

Zuchtgeschichte

 

Die österreichisch-ungarische Regierung dage­gen versuchte in den letzten zwei Jahrhunder­ten (18./19. Jh.), die einheimische Rasse durch Beimischung arabischen Blutes zu verbessern. Vor allem um 1900 wurden Originalaraberhengste und -stuten aus Mezöhgjes (Ungarn) und dann direkt aus Arabien importiert. In den tiefer gelegenen Gebieten Bosniens und der Herzego­wina wurden zusätzlich englische Pferde stärkeren Schlages eingesetzt. Nach 188O wurden der Herzegowina weiterhin fünf Lipizzaner-Hengste zur Hebung der Pferdezucht vom österreichi­schen Herrscherhaus geschenkt.

Im Zuge dieser Neuerungen und Organisation des Gestütswesens in Bosnien und der Herzegowina wurden die Beschälstationen eingerichtet, in Mostar (120 km südwestlich von Sarajevo), in Nevesinje (100 km südlich von Sa­rajevo) und in Konjic (60 km südwestlich von Sa­rajevo). Diese Stationen waren ausschließlich militärisch organisiert, u.a. ein Grund dafür, dass heute noch diese Pferderasse wegen ihrer Härte beim Militär in Jugoslawien zum Einsatz ge­bracht wird.

Im Jahre 1884 wurde ein weiteres Hengst-Depot in Sarajevo stationiert, von dem aus Landbe­schäler in die Region geschickt wurden. Hie­raus entstand dann eine weitere Filiale in Travnik. Schon zu diesem Zeitpunkt wurde von den Verantwortlichen darauf geachtet, kleinere, für die bosnischen Stuten nicht zu schwere Heng­ste auszuwählen. Zwei Jahre später züchtete man noch zusätzlich mit Karpaten-Huzulen-Hengsten und mit Eselhengsten, die aus Zypern eingekauft wurden. In den folgenden Jahren wurde die Zahl dieser Hengstgattungen weiter vergrößert.

Zwischen den beiden Weltkriegen wurden dann vornehmlich Araber zur Zuchtveredlung verwendet, neben den urwüchsigen und angestammten Bosniakenhengsten, ein Unterfangen, das bis auf wenige Unterbrechungen bis heute andauert. Ob die­se Zuchtveredlung durch reinrassige Araber al­lerdings langfristig den gewünschten Erfolg verspricht und sich dieser auch einstellt, mag dahingestellt bleiben.

Tatsache war und ist, dass zum großen Teil rein­rassige Bosniaken zu den tragfähigsten und lei­stungsstärksten Pferden gehörten, die im da­maligen Distanzreitsport eingesetzt waren.

Die einfache Lebensweise und der vielfache Einsatz als Gebirgs- und Bergsteigerpferd ha­ben dieser Rasse immer schon einen sicheren Tritt bewahrt, auch unter großen Lasten. Seine Höhe (Stockmaß) schwankte zwischen 120 und 135 cm, selten war ein Stockmaß von 150 cm, der Kopf meistens klein und trocken, der Hals kurz, der Widerrist mäßig entwickelt, der Rücken kräftig, kurz und gespannt, die Kruppe oft steil abfallend, die Brust tief und breit, lang­haarig, mit langem, buschigen Schweif, hart durchtretende Fesseln, hohe und freie Gänge, die Behaarung überall dicht und stark. Vorherr­schend kamen Braune in allen Variationen, Rappen, weniger Schimmel und Füchse vor.

Das Pferd wurde Sommer und Winter im Freien gehalten und zeichnete sich durch eine eiserne Konstitution und Kondition aus. Besondere An­wendung fand es als Gebirgs- und Tragepferd des Militärs und als Zugtier in der Landwirt­schaft.


 

 

Quelle(n)

Tim Herpolsheimer www.Bosniakennetzwerk.net Geschichte: Dr.Friedrich Hainbuch

Foto-Galerie

Familie Dr. Friedrich Hainbuch
Familie Dr. Friedrich Hainbuch

Bosnisches Gebirgspferd